Wintertriathlon-WM


Sigrid Lang reist als Favoritin in die hohe Tatra

Mittwoch, 2. März 2005

Am Wochenende finden in Strbske Pleso (Slovakei) die Weltmeisterschaften im Wintertriathlon statt. Sigrid Lang gilt als große Favoritin, denn die 29jährige hat in dieser und der letzten Saison jeden Wintertriathlon-Start als Siegerin beendet. Die überragenden Ergebnisse dieser Saison sind für die Aidlingerin selbst etwas überraschend.

"Nachdem ich im Spätsommer mein Referendariat am Gymnasium begonnen habe, hat sich bei mir vieles geändert. Das Training und der Sport stehen auf einmal nicht mehr im Mittelpunkt und ich muss meinen Tag exakt planen, um sportlich über die Runden zu kommen", berichtet die angehende Deutsch- und Sportlehrerin.

Sigrid Lang am Holmenkollen Trotzdem spricht die bisher makellose Saisonbilanz für Sigrid Lang. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft bei Ihrem Heimrennen am Kniebis/Freudenstadt folgten Siege bei den Weltcuprennen in Oslo und Nove Mesto sowie bei einem gut besetzten Wettkampf der österreichischen Serie. Obwohl die Doppelbelastung von Ausbildung und Leistungssport manchmal an der Grenze des Machbaren verläuft, will die Wintertriathletin auf jeden Fall weitermachen. Nach Jahren der Stagnation ist im Wintertriathlon momentan eine gewisse Aufbruchstimmung zu verzeichnen, denn der Weltverband hat beschlossen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver zu forcieren. "Da wäre ich dann 34 Jahre alt und im besten Ausdauersport-Alter", kommentiert Sigrid Lang mit einem Augenzwinkern.

Ob die ehrgeizigen Pläne der Triathlon-Funktionäre realistisch sind, darüber kann momentan nur spekuliert werden. Fakt ist, dass mit dem Wettkampf am Holmenkollen in Oslo der Wintertriathlon auch im Mutterland des nordischen Skisports angelangt ist. Für 2006 ist bereits die finnische Skistation Vokatti als Weltcuport im Programm. Bereits im Oktober wird dort Wintertriathlon spektakulär in Szene gesetzt, indem der Skitunnel - Trainingsmekka der internationalen Langlauf- und Biathlonszene - in die Streckenplanung einbezogen wird. Sigrid Lang sieht diese Tendenzen als schwache Signale dafür, dass der Wintertriathlon langsam hoffähig wird: "Die Norweger werden immer stärker und werden uns bei der WM-Staffel sicher das leben schwer machen. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen die großen Chancen, die der Wintertriathlon als Sportart bietet, konsequenter als bisher nutzen." Der Wechsel der Sportarten dazu ein Mix aus Technik und Material beim Mountain Bike und Skating sowie der generelle Trend zum nordischen Skisport machen den Wintertriathlon so interessant und medial gut inszenierbar. Dabei sprächen die im Vergleich zu Skispringen oder Eislaufen geringen Investitionskosten für eine schnelle Aufnahme ins Olympiaprogramm.

Zunächst dreht sich an diesem Wochenende aber alles um die Frage, wer die Siegesserie von Sigrid Lang stoppen kann. "Die Saison war sehr hart und ich habe alle Weltcuprennen absolviert. Meine Konkurrentinnen haben zum Teil pausiert und werden sicherlich in Bestform antreten. Außerdem hat die WM immer eigene Gesetze und man darf niemanden unterschätzen", so Sigrid Lang zur Ausgangssituation.

Ihr Soll hat die 29jährige bereits erfüllt: EM-Titel und Weltcup-Gesamtwertung hat sie gewonnen, wenn die WM-Krone noch dazukäme, wäre es das "Sahnehäubchen" auf eine beeindruckende Wintertriathlon-Saison.

Infos zur WM im Internet unter: ITU - Triathlon Weltverband
Infos zu Sigrid Lang unter: www.sigrid-lang.de

Pressemitteilung
Bilder: Uli Mutscheller
multisportsnetwork GmbH


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