Nowax oder Wachsski

Fragen zur Ski, Stöcken, Schuhe etc.
martinlau
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Tape

Beitragvon martinlau » 05 Jan 2006 8:57

Hallo liebe Skifahrergemeinde,

ich habe seit der letzten Saison mir die Sache mit dem Tape sehr genau angeschaut. Ich habe es auch einmal selber ausprobiert (100 km). Meine Meinung ist nicht gut für das Tape. Bei Neuschnee ist es extrem stumpf. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und am selben Tag einen Gleittest gemacht. Der viel zu gunsten des "normalen" Steigwachses aus. Man kann damit einfach viel feiner auf die äußeren Bedingungen eingehen. Und es bringt auch nicht für einen Wettkampfsportler im Training mit Tape zu laufen. Den im Wettkampf steht man dann überhaupt nicht, wenn man einen normal gewachsten Ski fährt. Man gewöhnt sich einfach an den immer stehenden Ski mit Tape. Die Technik wird schlechter, weil der Abdruck immer da ist. Man muss nicht mehr sein ganzes Körpergewicht auf den Ski bringen.

Fazit:
Für Hobbysportler (schnellere Skiwanderer) ist Tape zu empfehlen. Aber sobald es ein wenig schneller sein soll, unbedingt Wax!!!

Tschau.
Martin

Michl
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Beitragvon Michl » 08 Jan 2006 22:48

Hallo Martin,

wenn dein Tape immer zu stumpf ist, würde ich es einfach kürzer auf dem Belag aufbringen! Der Clou am Tape ist es, dass man es deutlich kürzer als normales Hartwachs aufträgt. Mein getapter Ski ist (außer bei sehr tiefen Temperaturen, wo beinahe jeder Wachski tendenziell stumpfer wird, schon des Schnees wegen) immer tendenziell etwas 'spitz'. Am Anfang hatte ich den selben Eindruck wie du, dann habe ich einfach ein paar Zentimeter vorn abgekrazt, und... wunderbar.

Da selbst nationale Spitzenläufer das Zeug im Training laufen, widerspreche ich Dir energisch (du magst mir verzeihen), dass das Tape nur für Skiwanderer geeignet ist. Jeder Nowax 'Rennski' (ich meine damit die richtig teuren, die vom Outfit aussehen wie Rennski und auch heute immer noch am Geräusch gut zu erkennen sind) bleiben gegen einen getapten Ski in der Abfahrt regelrecht stehen. Im Ernst.

Einen Kuusisto oder eine Mikroschuppe für Grip-Tape verwenden? Das ist zumindest ein neuer Verwendungszweck für eine überholte Nowax Technologie.
Warum nicht aus einem alten Schuppenski, der nicht mehr benötigt wird(!), die Schuppen rausschleifen und ein Tape drauf? Ich gehe jede Wette ein, dass keiner unzufrieden sein wird mit dem Ergebnis.

Bei einem Gleittest gegen einen Skater heute Mittag war mein getapter Ski übrigens genauso schnell wie dessen Ski, was den Skater ziemlich frustriert hat (er hatte einen nagelneuen Ski am Fuß, Marke verrate ich nicht, ich einen uralten gelben Völkl Greyhound 400 aus den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts). So viel zum Thema Skiwandern und Griptape.

Es ist auch völlig logisch, dass ein Tape-Ski nicht immer an einen optimal gewachsten Ski rankommt, wie soll das auch funktionieren. Aber in über 90% der Fälle ist das Ergebnis gut bis sehr gut. (Ich wachse LL-Ski nun seit über 25 Jahren (seit letzter Saison wieder weniger) mit einem ziemlich gut ausgestatteten Wachssortiment (man kann da ja recht viel Geld ausgeben).

Noch ein paar Worte zum Aufbringen: das Tape hält wirklich bombenfest, wenn man den Belag mit dem beiliegenden Sandpaier anrauht. Leichtes Anwärmen scheint von Vorteil zu sein, aber die Schutzstreifen erst abziehen, wenn der Ski wieder kalt ist. Sonst zieht's Fäden! Spezial- Wachsentferner ist übrigens auch nicht nötig, um den Ski vorzubereiten.

Beste Grüße

Michl

martinlau
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NoWax

Beitragvon martinlau » 09 Jan 2006 14:34

Hallo Michl,

ich bedanke mich für deine Gegendarstellung. Wie du richtig sagst kann man das Tape verkürtzen. Aber in einem Punkt muss ich dir leider wiedersprechen.

Du hast geschrieben:

Zitat Anfang:
Bei einem Gleittest gegen einen Skater heute Mittag war mein getapter Ski übrigens genauso schnell wie dessen Ski, was den Skater ziemlich frustriert hat (er hatte einen nagelneuen Ski am Fuß, Marke verrate ich nicht, ich einen uralten gelben Völkl Greyhound 400 aus den achziger Jahren des letzten Jahrhunderts). So viel zum Thema Skiwandern und Griptape.
Zitat Ende

Leider bedeutet ein neuer Ski nicht immer eine gute Leistung. Erstaunlich ist eigentlich nur, dass du mit deine "Printen" trotzdem schneller warst. Ein neuer Ski muss ein paar Klinometer eingelaufen werden. Dann kommt da noch die richtige Struktur, Schliff, und die richtige Behandlung vom Ski.
Ich habe schon einige Ski aussortiert die neu waren, aber im vergleich einfach nicht gut genug.

Tschau,
Martin

Gast

Beitragvon Gast » 09 Jan 2006 21:13

Hallo Martin,

ich bin da sogar ganz deiner Meinung!
Ein neuer Ski bedeutet tatsächlich nicht automatisch, dass der Ski auch gut läuft. Meine 2 schnellsten Paar Ski sind echte Oldtimer (Bj. 85+87), während meine neueste 330€ Planke eher enttäuschend ist. Daher auch die zum Teil krampfartigen Bemühungen der Skihersteller, öfter mal was neues zu präsentieren wie z.B. neuerdings taillierte Ski (oder in der Vergangenheit mal deutlich kürzere, dann wieder längere Ski, mal Ski in Pfeilform, mal mit seitlich stark überstehendem Belag, mit 'Spagettibelag', die neue Monocoque-Bauweise etc. etc.). Alles Technologien, die keinen echten Durchbruch gebracht haben oder wieder in der Versenkung verschwunden sind.
Leider ist es nach wie vor so, dass die Schwankungen in der Serie relativ groß sind und so manche paar Ski aus dem Laden echte 'Standgeräte' sind, die man niemals zum Laufen bringt.
Mein zufälliger erfolgter Vergleichstest sollte nur unterstreichen, dass man mit dem Tape wirklich recht gute Resultate erzielen kann und so ein Ski einem konventionell gut gewachsten ebenbürtig sein kann.

Beste Grüße

Michl

Beldin
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Skivergleich

Beitragvon Beldin » 06 Feb 2006 18:54

Um auf das Eingangsthema zurückzukommen:

Unter welchen Bedingungen könnte ein sinnvoller Vergleich zwischen Wax und NoWax Ski stattfinden?

Ich bin mit meinen Ski (Fischer Orbiter - NoWax) jetzt unter verschiedenen Bedingungen unterwegs gewesen:
Kalt (um -10 und Altschnee);
Warm? (um 0 Altschnee);
Saukalt vereiste Loipe und
einmal bei Neuschnee.

Ich muss sagen, dass der Ski - ohne tatsächlich eine Vergleichsmöglichkeit zu haben - einigermassen funktionierte. Dass bei einer vereisten Loipe physikalisch bedingt mit eine mechanische Steighilfe Probleme hat ist sogar mir klar.

Ich habe einen Freund der mich verbal geohrfeigt hat, dass ich entgegen seinen ausdrücklichen Rat NoWax Ski gekauft habe.

Ich genieße es jedoch sehr, dass ich für die Präparation meines Ski am abend vorher 20 min (mit trocknen des Flüssigwachses, nebenher kann man etwas anderes tun) unabhängig von Wetterbericht und Schnee- oder Lufttemperatur investieren muss. Sauerei habe ich übrigens gar keine (vgl. Klister).

Aktuell bin ich daher bis zum Beweis (ich wollte gerne am vergangenen Woe mit dem Freund auf die Loipe, was leider nicht geklappt hat) des Gegenteils mit meiner Lösung sehr zufrieden.

Ski heil
Axel

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Re: Skivergleich

Beitragvon zauberer » 07 Feb 2006 7:02

Beldin hat geschrieben:Um auf das Eingangsthema zurückzukommen:

Unter welchen Bedingungen könnte ein sinnvoller Vergleich zwischen Wax und NoWax Ski stattfinden?


Ski heil
Axel
´

der Vergleich klappt nur sinnvoll bei Schneefall/Neuschnee irgendwo zwischen -2 und +2°C.

Hatte selbst nen Fischer RCS Crown und nutzte den nur mal in diesem Bereich.
Bei allen anderen Bedingungen wie Regen, Frühjahrssulz, Pulverneuschnee, hartem Schnee, eisiger Spur gibts immer eine bessere Lösung beim Waxski.

Wenns sauber sein soll und schnell gehen muss, geh ich lieber skaten :lol:

Gast

Beitragvon Gast » 07 Feb 2006 21:01

Hallo Belduin,


ich habe schon einige Nowax-Ski getestet und war eigentlich durchwegs unzufrieden. Als sinnvollen Einsatzbereich kann ich ebenfalls nur den 0° Bereich mit gutem Gewissen empfehlen. Dort kann er einem Wax Ski einigermaßen das Wasser reichen, weil man bei wechselhaften Verhältnissen um den Gefrierpunkt den Punkt zw. zu spitzem oder zu stumpfen Ski nicht leicht trifft und bei Neuschnee das Steigwachs zum vereisen tendiert.

Meine Reihenfolge in Punkto: Optimales Gleiten und gleichzeitiges Steigen sieht folgendermaßen aus:

-das Optimum ist natürlich ein perfekt gewachster (Wachs)-Ski. Einen Griptape Ski würde ich manchmal sogar auch in diese Kategorie einorden (z.B. bei wechselhaften oder sich langsam verändernden Verhältnissen wie z.B. auf längeren Distanzen im Volkslauf, wo das Wachsen schon zur Wissenschaft wird)
-Einem gut gewachsten Ski ist das Griptape meist ebenbürtig.
-Einem mäßig gewachsten Ski kommt in etwa ein Nowax-Ski gleich (Griptape bei schwierigen Verhältnissen um 0°C)
-Den meisten Nowax würde ich sogar eine noch schlechtere Note geben, da die Gleiteigenschaften fast immer weit unterdurchschnittlich sind

Durchschnittlicher Wachsaufwand (nur Steigwachs):

-Wachsski: Pro Lauf ca. 10 min bis 30 min.
-Griptape: Pro 200-300 km: 15 min.
-Nowax: Eigentlich kaum nennenswerter Aufwand


Das Problem am Nowax sind eindutig die Gleiteigenschaften. Der Abdruck ist meist (außer bei eisiger Spur) gut.

Gruß

Michl

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Beitragvon zauberer » 08 Feb 2006 17:33

perfekt geschildert, Michl!!

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Unsicherheiten

Beitragvon Beldin » 09 Feb 2006 13:55

Tja, das wirft dann wohl die Frage auf wie weit man gehen will.

Auf jeden Fall habe ich meine Suche für meine Frau mal vorsichtshalber gleich aus Suchen & Bieten rausgenommen.

Da hilft voraussichtlich nur eines Urlaub machen und beides unter meine Frau schnallen und fragen, womit sie sich wohler fühlt.

Es wird einfach nicht leichter. Es scheint wenn man dem Forum bzw. den Meinungen folgt eigentlich keine Wahl zu geben, wenn man nicht gerade ausdrücklich Skiwandern will.

Danke auf jeden Fall für Eure "Hilfe"
Axel

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Beitragvon zauberer » 09 Feb 2006 15:38

hast du oder deine Frau Waxerfahrung, Beldin?

ein bisserl "try and error" darfst du einkalkulieren :mrgreen:
umso schöner, wenns aber dann mal richtig passt

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keinerlei Erfahrung

Beitragvon Beldin » 09 Feb 2006 17:12

Nein, keine Erfahrung, deshalb haben wir uns ja auch für entsprechende Ski entschieden (vgl. entsprechenden Thread bei Skipräparation, in dem ich beklage, dass meiner Frau Ihr Ski net passt).

Jetzt sind wir halt am überlegen wie es weitergeht und ich versuche herauszufinden, was wohl die Unterschiede ausmacht und was für sie das richtige wäre.

Info schadet nie, grau bleibt alle Theorie...

Man entschuldige mir den Schüttelreim.

Grüße
Axel

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Beitragvon zauberer » 09 Feb 2006 17:38

ich wollte das nur nochmal erwähnen bei aller Präferenz für den Waxski meinerseits :wink:

neben der richtigen Skihärte macht das richtige Waxen den Klassik-Waxski erst "besser" und schneller.

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Klaro

Beitragvon Beldin » 09 Feb 2006 17:55

Das ist sicher richtig, die Frage hat sich aber eingangs nicht gestellt, da mir bis auf ein Freund alle gesagt haben, für einen Anfänger wäre es durchaus in Ordnung einen No-Wax-Ski zu nehmen.

Und wie an anderer Stelle bereits erwähnt wäre es auch aus meiner Sicht nicht zu einem Problem gekommen, wenn nicht die Ausrichtung der Ski (Orbiter vs Snowscape 8 Vitane) dermaßen unterschiedlich wären. Nur deshalb habe ich mich ja an das Forum gewandt und dabei herausgefunden, dass der Ski meiner Frau wirklich nicht passt.

Jetzt möchte ich natürlich nicht den Fehler begehen und uns noch ein Ei legen. Daher werde ich sehr genau abwägen, was für unsere Bedürfnisse der richtige Ski ist.

Mittelfristig gehe ich davon aus, dass wenn es bei der Begeisterung für den Langlaufsport bleibt, in zweites Paar Ski notwendig wird. Ich habe vor kurzem als die Loipe schlecht war mich ein wenig im skaten versucht.....
Ergebnis wie zu erwarten suboptimal mit dem gegebenen Material.
Aber die Fortbewegungsart ist nicht schlecht und käme dem "Sport" schon näher.

Kurzfristig muss ich jedoch, gerade da sich der Winter ja noch ein wenig zu ziehen scheint und noch Gelegenheiten bietet zu fahren eine Befriedigende Lösung schaffen.

Axel

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Test stattgefunden

Beitragvon Beldin » 13 Feb 2006 9:33

Hallo,

ich war am Sonntag auf der Loipe und mein Wax-Freund hatte auch Zeit.
Wir waren zunächst bei -2 Grad unterwegs und der Schnee war an der Grenze von Neuschnee zu Altschnee. Also beste Bedingungen für meinen Nowax.

Hierbei zeigte sich, dass mein Ski durchaus mit dem - vielleicht nicht ganz optimal gewachsten WaxSki - mithalten konnte. Beim Steigen mussten wir beide damit leben, dass nicht immer voller Grip da war und in der Abfahrt war ich am schnellsten. Mein Freund meinte, dass er selten einen so gut laufenden No-Wax gesehen habe.

Als es dann gegen Ende der Runde kälter wurde - am Auo hatten wir dann - 5 Grad wurde der Abstand deutlich geringer aber immernoch kein Vorteil auf Seiten des Wax-Ski.

Für mich ist das Ergebnis fein. Jetzt wird es bei schwierigeren Schneeverhältnissen getestet.

Grüße

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Beitragvon zauberer » 13 Feb 2006 15:51

bei allem Respekt für die Waxkünste deines Kumpels.
dieses Ergebnis kann dadurch beeinflusst sein und ist statistisch hoffentlich nicht als signifikant einzustufen :mrgreen:


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